Kardham leitet in Guadeloupe die Sanierung des Centre des Arts et de la Culture in Pointe-À-Pitre

März 2026

Die Architekturabteilung von Kardham gibt im Auftrag von CAP EXCELLENCE, dem Bauherrn, und mit Unterstützung von SEMSAMAR als Projektmanagement-Assistenz die Sanierung des Centre des Arts et de la Culture (CAC) in Pointe-à-Pitre bekannt. Das ursprünglich 1978 eröffnete, 2015 geschlossene und seit 2021 von einem Künstlerkollektiv erneut in Nutzung genommene, 7.000 m² große Kulturzentrum schlägt nun ein neues Kapitel in seiner Geschichte auf.  Die erste Phase des Projekts umfasst die Wiedereröffnung des Hauptauditoriums bis 2027.

Ein architektonisches Erbe enthüllen

Das CAC liegt an der Schnittstelle zwischen der historischen Altstadt und den in den 1960er-Jahren entstandenen Vierteln, in unmittelbarer Nähe des Rathauses, und nimmt damit eine strategische Position in Pointe-à-Pitre ein. Das von Jean Le Couteur entworfene Wahrzeichen moderner Architektur diente über dreißig Jahre lang als bedeutendes Zentrum für künstlerisches Kreieren, Performance und kulturelle Begegnungen.

Ein 2015 begonnenes Sanierungsprojekt zur Erfüllung der Erdbebensicherheits- und Erweiterungsanforderungen wurde schließlich abgebrochen und hinterließ eine für Guadeloupes architektonisches Erbe charakteristische, rohe Betonhülle. Zwischen 2021 und 2025 erweckte die Besetzung des Geländes durch das Kolektif Awtis Rezistans das Gebäude zu neuem Leben und verwandelte es in einen Raum für freien und engagierten künstlerischen Ausdruck. 
Das aktuelle Sanierungsprojekt vereint Kontinuität und Erneuerung: Es bewahrt die Identität und kulturelle Bedeutung dieses tief im kollektiven Gedächtnis verankerten Ortes und führt ihn gleichzeitig in die Zukunft. Es basiert auf der Reorganisation der inneren Raumvolumen, der Optimierung der Wegeführung und der Neugestaltung der Fassade, die die verschiedenen Bauphasen aus den Jahren 1978 und 2015 miteinander verbindet.


Auf der bestehenden Bausubstanz aufbauen

Das Projekt verfolgt einen klaren Ansatz: Es arbeitet mit der vorhandenen Bausubstanz, bestehend aus dem ursprünglichen Gebäude und dem unfertigen Anbau aus dem Jahr 2015, um die vollständige Einhaltung der Vorschriften, die technische Modernisierung und die strukturelle Verstärkung sicherzustellen.

Die jüngere Geschichte des Ortes ist vollständig in das Design integriert. Von Beginn an stand das Designteam im Dialog mit den Künstler*innen, um dieses kollektive Gedächtnis zu bewahren und weiterzugeben. Die in dieser Zeit entstandenen Kunstwerke werden systematisch digitalisiert, einige werden möglicherweise vor Ort aufbewahrt.

Vereinheitlichung der Architektur und die Definition einer neuen Identität

Das Projekt fügt sich in das Stadtbild ein, das von kräftigen architektonischen Farben und Betonbauwerken des 20. Jahrhunderts geprägt ist. Ohne die ursprüngliche Identität des Gebäudes zu verleugnen, zielt der Eingriff darauf ab, die verschiedenen Bauphasen durch eine umfassende Fassadengestaltung zu vereinen. Ein weißer Anstrich sorgt für eine Harmonisierung der bestehenden Baustrukturen, während perforierte Aluminium-Sonnenschutzelemente, angepasst an das Klima Guadeloupes, eine schützende und zugleich verbindende zweite Haut bilden. Ein spezielles Beleuchtungssystem setzt die Fassade gekonnt in Szene und ermöglicht den gelegentlichen Einsatz von Projektionen, wodurch das Gebäude zu einem markanten städtebaulichen Wahrzeichen wird,
das sowohl tagsüber als auch nachts sichtbar ist.

Klarstellung der Nutzungsverteilung im Areal

Auf dem Gelände sind die Verkehrsströme klar strukturiert. Der vordere Bereich ist für öffentliche Funktionen vorgesehen. Ein großzügiger, landschaftlich
gestalteter Stadtpark bildet das Aushängeschild des Projekts. Die Fußgängerzone integriert bestehende Kunstwerke, kombiniert mineralistische und bepflanzte
Elemente zur Förderung der Regenwasserversickerung und umfasst farbenfrohe Beete, die vielfältige Nutzungen ermöglichen.
Im hinteren Bereich sind die Bereiche für Künstler, Techniker und Mitarbeiter vom Publikumsverkehr getrennt. Park- und Lieferzonen gewährleisten eine
Logistik, die einer großen Kultureinrichtung gerecht wird.

Eine hybride und sich stetig weiterentwickelnde Kultureinrichtung

Das Gebäude ist im Inneren in drei separate Zonen unterteilt, die je nach Nutzung und Zeitplan unabhängig voneinander betrieben werden können.
Die zentrale Halle, der quer verlaufende Raum, dient als öffentliche, überdachte Plaza und verbindet Restaurant, Bereiche für digitale Kunst und Freizeit, Ressourcenzentrum, Ausstellungsfläche, Hauptauditorium und Modulsaal. Eine Nebenhalle beherbergt Künstlerateliers und Schulungsräume, während ein separater Eingang für Künstler und technisches Personal reserviert ist.
Das Hauptauditorium bietet über 1.150 Sitzplätze mit vielfältigen Bestuhlungsmöglichkeiten. Ein modularer Saal im dritten Obergeschoss mit ausfahrbarer
Bestuhlung ergänzt das Angebot. Studios, Schulungsräume, Proberäume und ein Aufnahmestudio unterstreichen die Rolle des Zentrums als Ort für Aufführungen, kreatives Schaffen und Wissensvermittlung.

Stärkung der Nutzungsprogramms und der Nutzungsmischung

Das Projekt hat das ursprüngliche Programm verfeinert, um die Nutzungsvielfalt zu erhöhen. Die interne Organisation wurde neu gestaltet, um Synergien
zwischen künstlerischen Programmen, Amateurprojekten, Ausbildungsangeboten und kulturbezogenen Wirtschaftsfunktionen zu fördern, insbesondere durch
Catering und Ausstellungs- und Verkaufsflächen.
Es wird optional in Betracht gezogen, die Dachterrasse zukünftig zugänglich zu machen und Platz für bis zu 180 Personen zu bieten. Diese Erweiterung, die
außerhalb der Veranstaltungszeiten genutzt werden kann, würde die Aktivitäten des Zentrums ganztägig erweitern.

Starke lokale Verankerung und ein multidisziplinäres Team

Unter der Leitung der Ingenieurbüros EGIS, SIGMA und SMI, des Szenografiebüros Dreamed By Us und des technischen Szenografiebüros id scènes integriert das Projekt szenografische, akustische und funktionale Dimensionen. Diese Kombination an Fachkompetenz ist unerlässlich für die Realisierung einer Kultureinrichtung dieser Größenordnung.
Die Präsenz von Kardham in Guadeloupe durch seine lokalen Büros und Teams (die insbesondere an der Sanierung der Justizvollzugsanstalten Basse-Terre und
Baie-Mahault beteiligt sind) sowie die Unterstützung durch lokale technische Partner gewährleisten eine enge operative Steuerung in Zusammenarbeit mit dem Projektinhaber.

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 Wir sind besonders stolz darauf, die Sanierung des Centre des Arts et de la Culture in Pointe-à-Pitre zu unterstützen, einem Ort, der das kulturelle Leben Guadeloupes maßgeblich geprägt hat. Getreu unserer Überzeugung haben wir uns für den Ansatz entschieden, von der bestehenden Bausubstanz auszugehen und das Gebäude nicht als Einschränkung, sondern als Ressource zu betrachten. Wir haben die jüngere Geschichte, insbesondere die Zeit der künstlerischen Nutzung, einbezogen, um seine Energie und positive Dynamik zu bewahren. Über die notwendigen Anpassungs- und Umstrukturierungsarbeiten hinaus war es unser Ziel, durch eine umfassendere städtebauliche Reflexion einen echten Mehrwert zu schaffen, die Rolle des CAC innerhalb der Stadt wiederherzustellen und den Nutzungen besondere Aufmerksamkeit zu widmen: wie das Publikum interagiert, wie Künstler arbeiten und wie das Gebäude mit seiner Umgebung verbunden ist. Der Einsatz eines multidisziplinären Teams mit technischer und szenografischer Expertise ermöglichte es uns, das Projekt in seiner ganzen Komplexität anzugehen. Diese ganzheitliche Vision, die Kontext und Nutzungen berücksichtigt, bildet nun die Grundlage unseres Engagements für diesen historischen Ort.

Romuald Dobrzynski, Partnerarchitekt

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Aude Leclercq

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Direktor